Mittwoch, 30. April 2014

Werdegang: So wurde JANA OLTERSDORFF eine Autorin!

Mehr zu Jana: Blog, Anthologie Zwischenstopp und Schauermärchen Die Brezelfrau

Bildquelle

Jana Oltersdorff kam 1977 in Wismar zur Welt und lebt seit 2002 in Dietzenbach bei Frankfurt am Main. Im Gegensatz zu Jennifer Jäger ist sie bislang nicht als Roman-, sondern als Kurzgeschichtenautorin aktiv und bisher in sieben erfolgreichen Anthologien verschiedener Kleinverlage vertreten, eine Anthologie mit eigenen Geschichten hat sie per Self-Publishing verlegt, zwei Kurzgeschichten über Kindle Direkt Publishing (KDP)1. In eine weitere Anthologie kam sie durch einen Wettbewerb mit 300 Teilnehmern auf der Autorenplattform Neobooks, unter anderem saß Bestsellerautor Sebastian Fitzek in der Jury. Auf dem Klappentext des 2014 erschienenen Knaur eBooks steht sein Lob über die Gewinnergeschichte von Oltersdorff. Momentan arbeitet sie an ihrem Debütroman.
Auch sie begann in ihrer Teenagerzeit mit dem Schreiben, durch das Lesen inspiriert, unter anderem von Stephen King. Die Schreiberei schlief jedoch ein, bis sie 2009 auf einen Schreibwettbewerb aufmerksam wurde und auf Anhieb gewann. Trotz der Erfolge gehört das Schreiben immer noch in den Bereich des Hobbys, etwas, das Jana Oltersdorff im Alltag verstauen muss. Auch ihr Beruf hat nichts mit dem Schreiben zu tun, ihr Hobby ist also ein kreativer Ausgleich vom Alltag.
Jana Oltersdorff nutzt Social Media aktiv, hat Facebook, Twitter sowie einen Blog und ist sehr aktiv beim „Autorenkorrektiv“ Qindie2.
Sie möchte den sich gerade in Arbeit befindenden Debütroman später allerdings nicht via Self-Publishing, sondern gedruckt bei einem Verlag unterbringen, und hat dafür zwei Kleinverlage im Blick, da diese vom Genre passen, also auch die Leserschaft stimmt, und sie bereits Kontakte zu den Verlagen pflegt.

Mittwoch, 23. April 2014

Werdegang: So wurde FRANK SCHÄTZING ein Autor

Sie dürfen nichts Unmögliches erfinden, sondern müssen das Mögliche plausibel machen.- Frank Schätzing

Bildquelle

Frank Schätzing wird am 28. Mai 1957 in Köln geboren. Schon in jungen Jahren spielt er mehrere Instrumente und ist ein guter Zeichner, was in seiner Zeit beim Bund hilfreich ist: Er soll eigentlich Feindbewegungen zeichnen, aber da es keine Feinde gibt, handelt er mit Offizierskarikaturen. Schätzing bemerkt früh, wie rentabel die Kunst sein kann1.
1993 ist er mit zwei Partnern Mitbegründer der Werbeagentur „Intevi“, er beschreibt diese Zeit selbst als kreatives Chaos. Währenddessen schreibt er nachts und an Wochenenden an „Tod und Teufel“2. 2003 steigt er ganz aus der Werbebranche aus und widmet sich voll und ganz dem Schreiben.
Bekannt wurde er in erster Linie für den 2004 erschienenen Thriller „Der Schwarm“. Das Schreiben hat er erst Mitte der 90er-Jahre für sich entdeckt, zuvor war er Kreativchef der Werbeagentur sowie Musiker und Musikproduzent3. Nach ersten Satiren und Novellen folgt der erste Roman, der Krimi „Tod und Teufel“. Tatsächlich ist der später erschienene Roman „Mordshunger“, sein Erstlingswerk, allerdings konnte er damals keinen Verleger dafür finden4.

Montag, 7. April 2014

Werdegang: So wurde GEORG BÜCHNER ein Autor

»Ich glaube, wenn wir in den Himmel kämen, müssten wir donnern helfen.«
- Georg Büchner

Zur Bildquelle
Karl Georg Büchner wird am 17. Oktober 1813 als erstgeborener Sohn in Goddelau (bei Darmstadt) geboren und stirbt am 19. Februar 1837 im Alter von nur 23 Jahren in Zürich. Sein Vater ist, im Gegensatz zu Georg Büchner, ein Gegner der französischen Revolution. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Darmstadt schreibt er sich bei der medizinischen Fakultät in Straßburg ein, vier Jahre später wechselt er zur Universität in Gießen, mit der er allerdings deutlich unzufriedener ist. Ebenfalls unzufrieden ist er mit den reaktionären Umständen in Hessen, weswegen er Anfang 1834 in Darmstadt und Gießen die geheime Gruppierung „Gesellschaft der Menschenrechte“ gründet und gemeinsam mit Friedrich Ludwig Weidig die sozialrevolutionäre Flugschrift „Der Hessische Landbote“ verfasst, die „Friede den Hütten, Krieg den Palästen“ proklamiert. Die Flugschrift gilt als sein erster literarischer Versuch und die Rhetorik noch heute als überragend1. Dieser Aufruf zur Revolution sorgt dafür, dass Büchner per Steckbrief gesucht wird und im März 1835 kurzzeitig nach Straßburg fliehen muss.
Im folgenden Jahr (1836) wird er in Abwesenheit zum Doktor der Philosophie in Zürich ernannt, im selben Jahr veröffentlicht er nach einer Schreibzeit von gerade einmal fünf Wochen sein erstes Drama „Dantons Tod“ und die Erzählung „Lenz“ sowie gegen Jahresende für einen Wettbewerb das Lustspiel „Leonce und Lena“. Solche Wettbewerbe gibt es auch heute noch und sind gerade bei jüngeren Autoren beliebt.

Samstag, 5. April 2014

Werdegang: So wurde THOMAS MANN ein Autor


»Fantasie haben heißt nicht, sich etwas auszudenken, es heißt, sich aus den Dingen etwas zu machen.«
- Thomas Mann

Zur Bildquelle
Paul Thomas Mann, geboren am 06. Juni 1875 in Lübeck und verstorben am 12. August 1955 in Zürich, ist das zweite Kind des späteren Senators von Lübeck, Thomas Johann Heinrich Mann. Nach dem Tod des Vaters 1891 und der Auflösung der Getreidehandlung zieht die Mutter mit den jüngeren Geschwistern 1893 nach München, Thomas folgt 1894. Seine erste Novelle „Gefallen“ erscheint im selben Jahr und ist so erfolgreich, dass er beschließt, Schriftsteller zu werden. Über Vorbilder seiner Jugend, die ihm die Literatur näher gebracht haben, ist weitesgehend nichts bekannt, seine Vorbilder sind eher andere Künstler: Wagner, Schopenhauer, vor allem mit seiner Lehre vom Leiden am Dasein, von der Sehnsucht zum Tode und der Todesverwandtschaft zur Kunst1, sowie Goethe und Nietzsche sind vielerorts genannte Weggefährten, die auch in den Werken Manns hervortreten; etwa ist Goethe in Manns Roman „Lotte in Weimar“ eine tragende Figur. Die Worte, die Mann Goethe in den Mund legte, entsprechen teils seinen eigenen Überlegungen zum Thema Nationalsozialismus2. Dies spricht dafür, dass Mann sich mit Goethe identifizierte.
1896 beginnt er während seiner Italienreise mit der Niederschrift der Buddenbrooks. Der Roman spielt, auch wenn es nie explizit erwähnt wird, in Manns Heimatstadt Lübeck und beschreibt den Zerfall der Familie, wie es auch der Untertitel des Romanes sagt. Verarbeitet hat er vor allem den Niedergang der Familie Mann, jenen von Lübeck als Kaufmannsstadt und auch den des deutschen und europäischen Bürgertums. „Die Familie Mann zerfiel, aber Thomas Mann nutzte diesen Untergang für seinen Roman und verhalf dem Namen Mann zu Weltruhm“, heißt es in einer anlässlich seines 80. Geburtstages veröffentlichten Dokumentation über sein Lebenswerk3. Mann projizierte also die Verhältnisse seiner Heimatstadt auf die Familie Buddenbrook und baute unter anderem seine Eltern oder sich selbst unter anderen Namen in den Roman ein. Ohnehin ist das Leben Thomas Manns sehr eng mit den eigenen Werken verknüpft – so war Mann wie der Protagonist seiner 1903 erschienenen Novelle „Tonio Krüger“ ein eher fauler Schüler, der Roman „Königliche Hoheit“ von 1909 enthält Parallelen zu seiner späteren Frau Katia.

Dienstag, 1. April 2014

Werdegang: So wurde FRIEDRICH SCHILLER ein Autor

»Mein Leben hat ohnehin die Farben eines Romans.«
- Friedrich Schiller

Bildquelle
Friedrich Schiller wird am 10. November 1759 als Sohn eines Wundarztes in Marbach am Neckar geboren. Nachdem der Vater aus dem siebenjährigen Krieg heimgekehrt ist, wohnt die Familie in Lorch, wo Schiller, gerade vier Jahre alt, die glücklichsten Tage seiner Kindheit verbringt. Von 1764 bis 1766 besucht er die Elementarschule in Lorch und erhält Privatunterricht in Latein bei Pfarrer Moser, welcher zu Schillers Vorbild wird. Es ist gut möglich, dass er gerade durch diesen die Literatur schätzen und lieben gelernt hat; die Kirche in Lorch wird zu Schillers zweitem Zuhause, er beschließt sogar, selbst Pfarrer zu werden. Nicht nur Pfarrer Moser, sondern auch der Vater ist strenggläubig. In der Familie wird zwei Mal täglich eine Andacht gehalten, zu der Schiller selbst Gebete verfasst. Eine besondere Prägung erhält Schiller durch den ständigen Verzicht auf Genüsse, worauf der Vater oft plädiert1.
Nach der Versetzung des Vaters in die Garnisonsstadt Ludwigsburg zieht die Familie 1766 um. Im folgenden Jahr tritt Schiller in die Ludwigsburger Lateinschule ein, da er ein Geistlicher werden soll; durch den Unterricht von Pfarrer Moser wird er bald zu einem der besten Schüler. Jedoch erinnert sich Schillers bester Freund aus dieser Zeit später: »Wir waren in unseren Bubenjahren keine eigentlichen rechten Buben gewesen, die Ball oder andere dergleichen Spiele getrieben hätten«2, da ein strenger Lehrplan keinen Raum für Individualität bietet. In der Zeit an der Lateinschule kommt Schiller schließlich in Kontakt mit antiker römischer Literatur, die er später als Grundlage für seine ersten klassischen Dichtungen sieht. Sein besonderes Glück ist nämlich, dass sein Lehrer ab der dritten Klasse Johann Friedrich Jahn heißt, welcher es schafft, den Schülern die Neugierde beizubringen. Er vermeidet stures Auswendiglernen und führt seine Schüler in die Welt der Literatur, die zuvor für Schiller nur aus Gebeten bestanden hat. Durch Jahn motiviert verfasst Schiller zu allen möglichen Gelegenheiten lateinische Gedichte3.