Freitag, 5. August 2016

Wie ging das Drei-Tages-Experiment eigentlich aus?

Mensch, ein Abschlussbericht auf meinem Blog wäre schon schlau gewesen, oder?
Direkt nach den drei Tagen habe ich bei Neobooks von Schmerzen und Ergebnissen berichtet: Hier geht es zum ganzen Artikel.

Mittlerweile betrachte ich die Aktion folgendermaßen:
Es war eine echt tolle Erfahrung, allerdings bin ich direkt danach wieder in meinen lahmen Stil verfallen. Ich habe sechs Fassungen des Romanes geschrieben, hatte eine geniale Betaphase mit sechs wunderbaren Betalesern und stecke mit dem Lektorat in der Endphase.
Der Roman erscheint am 31.08.2016 bei Neobooks. :)


Das Cover habe ich am vergangenen Sonntag auf meiner Facebookseite gezeigt. Ich bin sehr erleichtert, dass es den meisten gefällt. Der wunderbare Pascal Parys hat es gezeichnet, die Typografie war sogar das größte Problem. :)

Ich denke nicht, dass man dem Roman noch irgendetwas anmerkt, denn mittlerweile habe ich so viele Stunden an ihm gearbeitet wie an meinen anderen Romanen auch. Es hätte mich aber auch besorgt, wenn es nicht so gewesen wäre. Ich weiß jetzt: Egal, wie viele Tage ich zum bloßen Schreiben benötige, es läuft letzten Endes auf dasselbe Ergebnis  hinaus.
Alles in allem bin ich glücklich mit dem Experiment und freue mich schon auf das Monatsende ... nein, im ernst, ich bin total hibbelig und ängstlich. Aber das ist ganz normal, oder?

Der Klappentext kommt übrigens auch sehr bald!

Donnerstag, 4. Februar 2016

EXPERIMENT: Ein Roman in drei Tagen (Teil 3) - Der Plot

Huch, und auf einmal hat das Experiment eine gewaltige Ausmerksamkeit bekommen. Natürlich flattert mir viel Kritik entgegen, aber damit habe ich gerechnet. Viele Punkte kann ich vollends verstehen, allerdings darf ich nur immer wieder betonen: Es ist ein Experiment!
Ich habe das noch nie gemacht, aber ich möchte es versuchen. Niemandem soll damit geschadet werden. Wenn das Buch schlecht wird, erscheint es nicht. Ich möchte schließlich auch damit zufrieden sein.
Heute wenden wir uns dem nächsten Statusbericht meiner Vorbereitungen zu, in dem ihr einen ersten Blick auf meinen Plot werfen dürft.
Noch immer lautet unsere zentrale Frage:

Kann ein durchschnittlicher Autor einen Roman von mehr als
60.000 Worten in nur drei Tagen schreiben?

oder auch




DER STAND DER DINGE

Der Klappentext
Der Klappentext auf der Seite von Neobooks war keineswegs ausgereift. (Er wurde meinem Blog entnommen, den zum Glück niemand liest). Selbst ich fand ihn schlecht. Er wurde mittlerweile durch einen besseren ersetzt - und ich bin vorsichtiger mit dem, was ich hier an Klappentexten poste.

Der Plot
Der Plot wächst und gedeiht tüchtig vor sich hin! Eines meiner größten Probleme (bei nahezu jedem Projekt) ist, dass ich selten Ideen für ein gutes Ende habe. Eine spannende Voraussetzung? Gern! Kann ich. Chaos stiften funktioniert super. Das Aufräumen ist immer schwieriger.
Diese Hürde habe ich allerdings überwunden, das ist für mich eine enorme Erleichterung!

Wie ich plotte
Viele von euch haben mich angeschrieben und nachgehakt: Wie genau plotte ich eigentlich?

  1. Immer per Hand, meist in einem Notizbuch, seltener auf gefalteten DinA4-Zetteln.
  2. Feinplotting betreibe ich eher chaotisch auf kleinen Zetteln, die in besagten Büchern stecken. So kann ich für gewöhnlich schnell etwas ändern. Heißt, ich orientiere mich an einem groben Handlungsstrang und lasse Raum für freie Ideen.
  3. Ich benutze keine speziellen Plotmethoden, erstelle aber gerne Spannungskurven, Mindmaps und Soziogramme der Charaktere.
  4. Außerdem liebe ich Listen.
  5. Beim Plot für das Drei-Tage-Experiment habe ich ebenfalls auf kleinen Zetteln geplottet und diese dann zusammengeklebt. Später werde ich sieben Flickwerke haben und dazu einen langen, ausführlichen Plot in Form einer Liste.
An meinem allgemeinen Vorgehen habe ich also kaum etwas verändert; mit dem Unterschied, dass ich mich nicht mehr von anderen Projekten ablenken lasse, sondern mich nur auf das eine konzentriere. Außerdem tausche ich mich viel mehr mit anderen Autoren und Lesern aus und frage sie nach ihren Meinungen.
(Zum Vergleich: An Phaenom habe ich ein komplettes Jahr gearbeitet, und nur zwei Personen wussten davon). Die Diskussionen weisen mich auf Probleme hin und lassen mich Lösungen finden. Dieses Mal ist das sehr hilfreich für mich, da ich Schreibblockaden im Vorhinein verhindern möchte.

Links die Abschnittsübersicht, rechts der Plot, unten das Notizbuch.
Die Abschnittsübersichten sind zusammengeklebte Zettel, ich werde an den drei Tagen vermutlich nur mit dem normalen Plot arbeiten. Schließlich ist er dafür da, mich vor dem Chaos zu bewahren.

Es ist etwas schwierig, den aktuellen Stand zu fotografieren, ohne zu spoilern. Auf dem Bild seht ihr deshalb nur 2/7 des Plots, also den Ausgangspunkt und den ersten Plot Point. (Ein Weichzeichner macht alles unleserlich).
Ich habe damit begonnen, die wichtigsten Charaktere für einen Abschnitt herauszustellen. Ihnen habe ich klare "Aufgaben" zugeteilt, mich mit ihren Gefühlen und dem Entwicklungspotenzial beschäftigt.
Anschließend habe ich alle vorkommenden Nebencharaktere aufgelistet und mir Gedanken darüber gemacht, wie viele Charaktere überhaupt insgesamt vorkommen sollten.
Danach habe ich ein Soziogramm erstellt, für jeden Abschnitt jeweils eines.
Erst dann habe ich mich daran gemacht, die Ereignisse des Abschnitts logisch zu sortieren und anhand der Charaktere und ihrer "Aufgaben" die Geschichte aufzubauen. Dafür habe ich natürlich auch den groben Plot benutzt, den ich vorher schon erstellt habe. Der Rest ist Feinarbeit.
Wichtig dafür sind besonders die Konflikte: Was treibt die Figuren an?
Schon beim Niederschreiben haben sich unerwartete Konflikte ergeben, die ich jeweils mit dem Kommentar "Zoff" versehen habe. Zoff schreibe ich generell sehr gerne (siehe 1. Blogpost zum Experiment).
An diesem Teil der Geschichte (vllt. 15.000 Worte) saß ich einen ganzen Tag. Noch nie habe ich so bewusst wahrgenommen, wie lange man plotten kann, wenn man sich während des Schreibens keine Überraschungen erlauben will.
Irgendwie finde ich das schade, andererseits rechne ich trotz der genauen Planung mit ein paar fiesen Plot Bunnies.

Vergleich: Frühere Romane und der jetzige
Mich interessiert es brennend, wie sich »Zwei Kontinente auf Reisen« von meinen bisherigen Projekten unterscheidet. Darum habe ich eine kleine Tabelle erstellt, in der ich meine alten Romane mit dem neuen vergleiche. Nach dem Experiment sind wir schlauer, ob ich mehr oder weniger Zeit benötigen werde.

Zum Vergrößern: Anklicken


Widrigkeiten des Lebens

In meinem ersten Post zum Experiment habe ich angedeutet, dass es abgeblasen wird, sobald das Leben dazwischen grätscht. Leider ist das schon teilweise eingetreten. Ich möchte hier nicht jammern, sondern lediglich vorwarnen: Es kann sein, dass das Projekt aus familiären Gründen verschoben wird. Noch müsst ihr euch aber keine Sorgen machen.

Wie es weitergeht
Wenn nichts dazwischenkommt: Bis nächste Woche Donnerstag werde ich den Plot beenden, das Aussehen der Charaktere festlegen, die Insel möglichst genau erstellen und mich auf ihr zurechtfinden ... und weiterhin Fingerübungen machen. Wichtig ist, dass ich jetzt nicht die Ruhe verliere, auch wenn mich einige kritische Stimmen ausgebremst haben.
Darum möchte ich an dieser Stelle denjenigen danken, die das Experiment und mich unterstützen - vielen, vielen Dank! Ohne euch hätte ich sicherlich schon abgebrochen! ♥
In diesem Sinne - bis bald!
Eure Jen

Mittwoch, 27. Januar 2016

EXPERIMENT: Ein Roman in drei Tagen (Teil 2) - Das Datum

Vielen tausend Dank für das tolle Feedback, das in der vergangenen Woche hier und in diversen Foren eingeflattert ist! Ich bin euch extrem dankbar für die Unterstützung und darf heute mit Freude das Datum für unser Experiment verkünden!
Noch immer lautet unsere zentrale Frage:

Kann ein durchschnittlicher Autor einen Roman von mehr als
60.000 Worten in nur drei Tagen schreiben?


Das ist noch immer das mit Abstand schönste Banner aller Zeiten.


DER STAND DER DINGE


Woran ich schreiben werde

Im Verlauf der Woche ist die Entscheidung gefallen: Ich schreibe eine Dystopie mit dem Titel »Zwei Kontinente auf Reisen«. Dass ich in den drei Tagen keinen ausufernden Fantasy-Epos beginnen möchte, war mir von vorneherein klar. Ich habe mich gegen einen Krimi entschieden, weil mir derzeit die Ideen für Fälle fehlen. Außerdem laufe ich dabei Gefahr, mir während des Schreibens einen heftigen Twist zu überlegen, der den ganzen Plot zerschießen könnte.
Stattdessen:

Eine unüberlegte Bewegung kann sie beide auslöschen: Zwei verfeindete Zivilisationen müssen sich nach der größten Katastrophe der Menschheit den letzten, kümmerlichen Rest Land teilen. Erosion hat ihre Insel so instabil werden lassen, dass sie einer steinernen Wippe ähnelt. Die Kinder Aaron und Kira lassen es sich von den Erwachsenen nicht verbieten, Freundschaft zu schließen, obwohl sie aus unterschiedlichen Völkern stammen. Als ihre Heimat zu zerbrechen droht, versuchen sie das Unmögliche: Gemeinsam mit einer Diebesbande wollen Aaron und Kira die Völker vereinen. Dabei bekommen sie es mit reisenden Kontinenten, zerbröckelnden Fassaden und einem fremden Sternenhimmel zu tun.

Hört, hört, ich schreibe vermutlich zum ersten Mal etwas mit einem Liebespaar! Aber keine Angst, ansonsten bleibt alles beim Alten. Rätsel, Twists und Psychologie kommen nicht zu kurz! Immerhin schreibe ich einen Roman, der auch mir gefällt. Bislang sagt mir vor allem das Setting zu, und einige Charaktere könnten auch sehr interessant werden. :)

Was ich noch erledigt habe
Am 22. Januar war ich in München beim "10 Tipps für ein gutes Manuskript"-Seminar von Maria Koettnitz' Akademie für Autoren, aus dem ich sehr viel mitgenommen habe. Ich weiß jetzt viel mehr über die richtige Verwendung von Konflikten, Prämissen, Subtext und den Fokus, den man setzen sollte.

Der erste grobe Plot steht jetzt ebenfalls, obwohl es noch sehr viel zu tun gibt. Bis nächste Woche (03. Februar) möchte ich mit dem ersten Draft fertig sein.

Es gibt jetzt auch die obligatorische Pinterest-Wand zum Roman. Da hole ich mir in den kommenden Wochen Inspiration.
Und zwar biiis ...

Das Datum
... MONTAG, 15. FEBRUAR bis MITTWOCH, 17. FEBRUAR.
An diesen drei Tagen wird das Experiment durchgeführt. Hurra!

In einer Woche wird es dann das nächste Update geben. Bis dahin! :)